Elisabeth Naske

Meine Musik entsteht aus dem Wunsch, der Geschichte, die ich vertone, gerecht zu werden. Ich spüre den Charakteren, dem Rahmen, den Stimmungen, die die Geschichte prägen, nach und entwickle eine adäquate musikalische Umsetzung. Dabei bediene ich mich der Mittel, die die Musikgeschichte in den letzten 500 Jahren hervorgebracht hat, und suche im Dienste der zu vertonenden Geschichte daraus eine stringente, zeitgemäße und persönliche musikalische Sprache zu entwickeln. So nehme ich mir die Freiheit, die meine Musik prägt. (Elisabeth Naske)

Elisabeth Naske wurde 1963 in Wiesbaden geboren und wuchs in Österreich auf. Sie studierte zunächst Violoncello am Mozarteum Salzburg und am Konservatorium Basel und war als Orchester- und Kammermusikerin tätig, bevor sie 1998 ein Kompositionsstudium bei Tristan Schulze begann.

Der Schwerpunkt ihres kompositorischen Schaffens liegt auf dem Musiktheater für Kinder und Jugendliche. In den kurzweiligen und kindgerechten Stücken bringt Naske das junge Publikum in Fantasiewelten, in denen nicht nur spannende Abenteuer erlebt, sondern auch wichtige Lektionen fürs Leben gelernt werden. Ihre erste Kinderoper Das kleine Ich bin Ich (2001) wurde gleich ein großer Erfolg und erlebte nach der Uraufführung im Wiener Konzerthaus zahlreiche Folgeaufführungen – unter anderem in Berlin, Dortmund, Luzern und Köln. Das Auftragswerk der Jeunesse Österreich basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Mira Lobe und beschäftigt sich mit der kindlichen Identitätsfindung.

Von der Wiener Staatsoper erhielt sie Kompositionsaufträge für Die Omama im Apfelbaum(2007) und Das Städtchen Drumherum (2013). Beide Stücke kamen im Kinderopernzelt auf dem Dach der Wiener Staatsoper zur Uraufführung und gehen ebenfalls auf Vorlagen von Mira Lobe zurück. Die rote Zora (2008) erzählt die bekannte Geschichte von Zora und ihrer Bande, die sich mit viel Geschick und Mut gegen die Unterdrückung und Ausgrenzung der Schwachen und für Gerechtigkeit einsetzen.

Auf bekannte Textvorlagen gehen auch die Ensemblestücke Des Kaisers neue Kleider(2009) für Blechbläserquintett und einen Schauspieler und Don Quichotte en famille (2011) für zwei Pantomimen und vier Instrumente zurück. In Naskes Ensemble- und Orchesterwerken können sich Kinder und Jugendliche auf vielfältige Weise an der Umsetzung beteiligen. Ouroboros (2008), ein Auftragswerk des Orchestre Philharmonique de Luxembourg, erzählt die Schöpfungsgeschichte und kann pantomimisch, durch Figurenspiel oder Schattentheater begleitet werden.

Naske, die längere Zeit in Luxemburg wirkte, lebt heute als freischaffende Komponistin und Cellistin in Wien.

© 2016 CID Fraen an Gender a.s.b.l. All rights reserved. Webdesign: bakform/youtag