Rachel Kushner – Flammenwerfer

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(ke) Kunst und Revolte in einem temporeichen Roman: Dass ihr Leben auch ein Kunstwerk ist und dass es Sinn macht, Spuren zu hinterlassen und diese aufzuzeichnen, zeigt die Heldin Reno gleich zu Beginn des Romans. Sie ist wach, neugierig, mutig und eine großartige Beobachterin. Reno wird sie nach ihrer Heimatstadt in Nevada gerufen. Erst vor kurzem hat sie ihr Kunststudium beendet und versucht nun, in der New Yorker Kunstszene der 70er Jahre Fuß zu fassen. Als Ski- und Motorradfahrerin von klein auf für Geschwindigkeit begeistert, will sie mit Höchsttempo eine Spur durch die Salzwüste Utahs ziehen. Das ist ein Strang der Geschichte. Der zweite reicht zurück in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, als der italienische Ingenieur Valera, gleichzeitig Anhänger der Kunstszene des Futurismo, seine eigenen Motorräder zu bauen beginnt. Die Moto Valera ist das Motorrad, das Reno bei ihrer Kunstaktion fahren wird, und sie hat es über ihren Freund organisieren können, den etablierten Konzeptkünstler Sandro Valera, abtrünniger Spross der Valera-Familie. Mit Sandro reist Reno nach Italien und gelangt in das Umfeld der Roten Brigaden…

Ein großartiger Sommerschmöker, der zügig erzählt und dabei kluge Blicke auf die 70er Jahre Kunstszene wirft, auf die schwierige Rolle von Frauen und Künstlerinnen, auf die brisante Ästhetisierung von Gewalt und auf die Sehnsucht nach politischer Revolte.

Rachel Kuschner (*1968) ist es mit Flammenwerfer als Erster gelungen schon zum zweiten Mal für den renommierten National Book Award nominiert zu werden. Ihren Erstling Telex to Cuba werden wir sicherlich auch bald anschaffen!

(Rowohlt 2015, 556 Seiten)

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