Julie Otsuka – Wovon wir träumten

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(ke) Mit einer Mischung aus Hoffnungen und Zweifeln reisen Anfang des 20. Jahrhunderts junge Japanerinnen als Heiratsmigrantinnen in eine ungewisse Zukunft: Über Agenturen und Briefkontakte haben sie ihre Ehemänner ausgewählt, fleißige und erfolgreiche japanische Migranten, die schon vor ihnen den Pazifik überquerten, um in den USA ein neues Leben zu beginnen. Nun tragen sie die viel versprechenden Briefe und Fotos bei sich und einige familiäre Andenken, aufgeladen mit den Erwartungen ihrer Familien. Sie werden Männer kennenlernen, die nicht ihren Vorstellungen entsprechen, sie werden auf Plantagen und kleinen Farmen, in Wäschereien und in Privathaushalten arbeiten und Familien gründen. Sie werden ihren eigenen Weg suchen, dem rassistischen Klischee der fleißigen unterwürfigen und unsichtbaren Asiatinnen zu entsprechen oder auch zu entgehen. Und schließlich werden sie erleben, wie sie mit Japans Kriegseintritt zu verfolgten Feindinnen der US-Gesellschaft werden.

Es ist beeindruckend, wie es der Autorin gelingt, sprachlich die kollektive Erfahrung mit der individuellen zusammenzubringen, ohne auf Differenzierungen zu verzichten. „Wir“, „eine von uns“, „einige von uns …“ so beginnen viele Sätze dieses kurzen, eindringlichen und absolut lesenswerten Bandes.

Das Buch wurde in den USA mit dem PEN/Faulkner Preis und in Deutschland mit dem Femina Preis für den besten ausländischen Roman ausgezeichnet.

(Mare 2012, 159 Seiten)

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