Laline Paull – Die Bienen

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(ke) Es summt zwischen meinen Händen und ich spüre feinste Vibrationen. Liegt da nicht ein würziger Honigduft in der Luft? Welche Signale empfangen meine Antennen? Greifen die Wespen an? … So ist es mir ergangen beim Lesen von den unglaublich sinnlichen Die Bienen.

Flora 717, die Romanheldin, mit deren Schlüpfen die Geschichte beginnt, gehört der untersten Kaste im Bienenstock an, den Hygienearbeiterinnen. Anders als ihre Schwestern ist sie kräftiger, ruppiger, neugieriger – und sie kann reden. In einem Wechselspiel zwischen devoter Unterordnung unter die religiös verbrämte Schwarmlogik und eigenwilliger Selbstbehauptung gelingt es Flora zwischen Kasten hin- und her zu tauschen. Sie wehrt den Angriff einer Wespenkönigin ab und bringt ihren Schwestern, den Sammlerinnen, bei, selbst in entferntesten Regionen Nektar zu suchen. So arbeitet sie sich bis in das Umfeld der Königin vor.

Doch dann verstößt sie gegen die von Priesterinnen und Hygienepolizei streng bewachte Grundregel des Bienenstaates, die Kontrolle der Fruchtbarkeit. Flora legt ein Ei und bricht das Privileg der Königin …

Vielleicht ist es fragwürdig, die Tierwelt zu „humanisieren“ oder sie zu „roman(t)isieren“, aber in diesem Roman macht es unendlich viel Spaß und ist spannend. En passant thematisiert Paull Rassismus, Klassenherrschaft, Sexismus und ökologische Katastrophen… . Noch nie habe ich so viel über „echte“ Bienen und ihr kollektives Gedächtnis wissen wollen wie jetzt! Die Bienen ist der Debütroman von Laline Paull, die in London lebt und zuvor für das Theater geschrieben hat.

(Tropen 2014, 343 Seiten ; übrigens, Cover und Schutzumschlag sind wunderschön gestaltet)

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