Schneewittchen rechnet ab

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(ke) … und mit Schneewittchen wird abgerechnet.

Feministinnen der attac Gender AG diskutieren auf einer Tagung mit theoretischem und künstlerischem Werkzeug neue Perspektiven für Arbeit, Ökonomie und das Leben. Indem sie Schneewittchen zu ihrer Leitfigur machen, knüpfen sie an eine lange feministische Tradition an: die Kritik an weiblichen Schönheitsidealen und der Konkurrenz unter Frauen, an der klassischen Rollenverteilung (Schneewittchen als Dienerin für die produzierenden Zwerge), an dem passiven Warten im gläsernen Sarg und an heterosexuellen Beziehungen (rettender Traumprinz). Dieses Werkstattbuch ist kein Ergebnisbericht. Es dokumentiert die theoretischen und künstlerischen Beiträge ebenso wie die kritische Auseinandersetzung, auch nach der Tagung. Es geht um alternative Arbeitszeitmodelle, um Solidarität und Umverteilung, um die Kritik am Wachstumsgedanken und um alternative Wohlstandsdefinitionen, wie z. B. dem von Martha Nussbaum angestoßenen Fähigkeitenansatz, der nicht den Besitz als Maßstab nimmt, sondern die Möglichkeit, etwas zu tun. Wie immer dreht es sich bei den feministischen Debatten auch hier um das Sichtbarmachen, nicht nur von den Entgeltunterschieden und von un- und unterbezahlter Sorge- Gemeinschaftsarbeit. Die TeilnehmerInnen fordern auch die Auseinandersetzung mit den eigenen blinden Flecken und den Privilegien des „Weißseins“ oder der Klassenherkunft. Ein  Aufruf zum Weiterdenken und Weiterarbeiten.

(VSA Verlag 2013, 206 Seiten).

Apropos Sichtbarmachen: Die im Buch vorgestellte Website labournet.tv dokumentiert in Filmen politische Arbeitskämpfe – auch von Frauen und nicht nur am 8. März.

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