Zadie Smith – London NW

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(ke) North-West London, Kilburn – im Roman heißt die Trabantenstadt Caldwell – ist die Hochhaussiedlung, in dem die vier Hauptcharaktere großgeworden sind. Hier waren Leah und Keisha(,)einmal engste Freundinnen, und hier kamen Nathan und Felix irgendwann mit Drogen in Kontakt. Jetzt sind sie in ihren Dreißigern, leben nicht mehr im sozialen Wohnungsbau der Kindheit, doch wo sind sie angekommen? Wessen Aufstiegs-, Ausstiegsträume werden gelebt? Und wer hat es wirklich weitergebracht? Keisha mit den jamaikanischen Wurzeln, die sich jetzt Nathalie nennt und Anwältin geworden ist, oder Leah, die Philosophie studierte und jetzt die einzige weiße Sozialarbeiterin unter ihren Kolleginnen ist. Wer distanziert sich nicht mehr von den zu den Upper Class Zielen aufgegeben, wer ist cool geblieben und wer sitzt im gläsernen Großraumbüro mit Klimaanlage? Wer ist zur „Normerfüllung“, sei es als Tochter, Mutter, PartnerIn bereit und wer hängt im sozialen Schlamassel fest wie zuvor? Die Sehnsucht nach Glück ist genauso präsent wie der Wunsch alles niederzureißen, weil es „gefakt“ ist, falsch, zu schön, zu weit vom Ursprung entfernt. Es ist, als würden sich die ProtagonistInnen selbst bei ihren sozialen Experimenten beobachten: Bleibt Kilburn / Caldwell für immer die lange Leine? Was alles ist möglich? Ein aufwühlender Roman, der mitten im heißen Sommer zur Zeit des Karneval spielt und in dem die soziale Frage ständig greifbar brennt. (Kiepenheuer und Witsch 2014, 432 Seiten)

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