Cora Stephan – Ab heute heisse ich Margo

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(ck) Im Mittelpunkt dieses Romans stehen zwei starke Frauen, deren Biographien wesentlich vom Zeitgeschehen geprägt sind. Der Schauplatz ist Deutschland und die Zeitspanne reicht von den 30er Jahren, dem Krieg,   über die Teilung Deutschlands bis nach dem Mauerfall.

Die Buchhalterin Margarete (Margo) und die Fotografin Helene lernen sich am Arbeitsplatz kennen, sie verlieben sich in denselben Mann. Im Krieg verlieren sich die beiden aus den Augen. Margo verliert auf der Flucht ihr Kind, Helene wird in Buchenwald interniert. Nach dem Krieg heiratet Margo ihren Jugendfreund und baut sich in Westdeutschland eine neue Existenz auf. Sie stürzt sich in die Arbeit, die den wichtigsten Stellenwert in ihrem Leben hat, und vergisst den Krieg. Helene lebt in der DDR und wird von der Stasi angeworben. Wie Stasi und Schicksal es wollen, kommt es zu einer erneuten Begegnung der beiden Frauen, die durch ein Geheimnis miteinander verbunden sind, das sie nicht loslässt.

Die beiden Protagonistinnen sind überzeugend und authentisch; die Handlung ist spannend bis zum Schluss. Sicher hängt letzteres damit zusammen, dass die Autorin, unter dem Pseudonym Anne Chaplet, mehrere preisgekrönte Kriminalromane veröffentlicht hat. Die Geschichte ist jedoch durchaus realitätsnah und veranschaulicht auf ganz konkrete Weise, wie Krieg und Nachkriegszeit das Leben der Menschen beeinflussen.

Die beiden Frauen werden keineswegs als Opfer dargestellt, sie meistern den oft harten Alltag ohne sich zu beklagen; sie tun, was getan werden muss und lassen sich nicht unterkriegen weder von den politischen, noch von den persönlichen Umständen.

Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven, hauptsächlich jedoch aus denen von Margo und Helene, erzählt. Die Sprache ist treffend, anspruchsvoll und gut lesbar.

Als LeserIn wird man von der Handlung in ihren Bann gezogen, erlebt Liebe und Leid zusammen mit den Heldinnen und Zeitgeschichte wird ganz konkret erfahrbar. Am Ende bedauert man, dass das dicke Buch nicht noch mehr Seiten hat.

(Kiepenheuer & Witsch 2016, 635 Seiten)

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