David (30), ein Kind

Alleinerziehend in LuxemburgKommentare deaktiviert für David (30), ein Kind

David (30), ein Kind

Die Mutter meines Sohnes und ich haben uns kurz nach der Geburt getrennt. Ich habe mein Kind mehrmals wöchentlich gesehen, alles lief recht harmonisch ab, bis zu dem Zeitpunkt wo ich eine neue Partnerin hatte. Ab dem Moment gab es immer mehr Spannungen.

Mir wurde bewusst, dass wir eine gerichtlich festgelegte Einigung finden mussten, da ich nicht von willkürlichen Entscheidungen abhängig sein wollte. Es war mir wichtig, dass mein Sohn nicht zu mir „in Urlaub“ fährt. Ich wollte von vorneherein als gleichwertiger Erziehungsberechtigter angesehen werden und am Alltag meines Kindes teilnehmen. Deshalb habe ich beantragt, mein Kind an festgelegten Tagen in die Schule bringen zu können und auch dort wieder abzuholen. Der Austausch mit den Erziehern und den Lehrkräften war mir wichtig. Die Mutter hat sich dagegen gewehrt. Ich konnte die Richterin dann doch überzeugen, dass es dem Kindswohl dienlich sei, wenn sie mir dies „gestattet“. Hierbei war ein entscheidender Faktor, dass ich zuvor mehrmals mit der Mutter in Mediation war und die Psychologin einen sehr positiven Bericht geschrieben hatte. Des Weiteren wurden mir durch meine Qualifikation als Erzieher, die notwendigen Kenntnisse bezüglich der Kindererziehung zugetraut. Uns wurde das geteilte Sorgerecht zugesprochen.

Trotzdem war es immer wieder so, dass ich mich als Vater wesentlich strenger kontrolliert gefühlt habe, dass ich mich ständig beweisen und wesentlich öfter rechtfertigen musste. Es scheint nach wie vor so, dass es Männern nicht zugetraut wird, ihre Kinder ohne Hilfe zu erziehen. Des Weiteren habe ich durch das geteilte Sorgerecht, überhaupt keine Entscheidungsgewalt. Ich muss zwar nach meiner Meinung gefragt werden, bei vielen Entscheidungen reicht aber nach wie vor die Unterschrift der Mutter.

Ich würde mir daher wünschen, dass das veraltete Rollenbild von der Hausfrau/Mutter, welche für die Erziehung der Kinder zuständig ist und die des Vaters, der arbeitet und sich wenig bis gar nicht um die Erziehung der Kinder kümmert, verschwindet. Dieses Bild ist schon länger nicht mehr zeitgemäß und diskriminiert sowohl die Frauen wie auch die Männer.

 

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