For Girls – not only: Eine Insel für uns allein und Die Kunst zu stehlen

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Zweimal London:
1. Eine Insel für uns allein – Sally Nicholls

(ke) Die dreizehnjährige Erzählerin Holly – angehende Schriftstellerin und Klimaforscherin – und ihre beiden Brüder, Jonathan 19, und der kleine Davy gerade 7 Jahre alt, müssen mit sehr wenig auskommen und auf sich selber aufpassen. Beide Eltern sind schon früh gestorben, die Mutter erst vor einem Jahr bei Beginn der Erzählung. Jonathan, der sich vorerst um seine Geschwister kümmert, anstatt sein Studium zu beginnen, hat zwar einen Job in einem Café, doch der ist mager bezahlt. Und wenn dann noch die Waschmaschine kaputt ist, neue Klamotten gebraucht werden oder ein Geburtstag ansteht, sind die Zuschüsse der Jugendhilfe auf jeden Fall nicht ausreichend. Soviel ist klar: Die drei haben sich ein spannendes Abenteuer verdient!

Doch auch das kommt zunächst nicht idyllisch daher: Irene, die „Überfliegerin“, Tante der Mutter, Naturwissenschaftlerin und Erfinderin, kann nach einem Schlaganfall nicht mehr reden. So signalisiert sie Holly, die sie im Krankenhaus besucht, mit Gesten, sich etwas aus der Schublade des Nachttischs zu nehmen. Es ist ein Fotoalbum mit ziemlich seltsamen Bildern. Nach einigem Rätseln wird Holly klar, dass es die Anleitung für eine Schatzsuche ist! Zum Glück sind die Kinder geübt im Umgang mit schwierigen Situationen und haben gelernt, andere um Hilfe zu bitten. Ein spannendes Sommerbuch und ein Plädoyer für Neugier und Solidarität.

(dtv – Reihe Hanser 2017, 216 Seiten)

2. Die Kunst zu stehlen – Kate Frey 

(ke) Noch eine Waise, die sich allein durchschlägt: Die sechzehnjährige Cat ist die beste Diebin Londons, eine geschickte Fassadenkletterin und perfektionistische Planerin, die den Ablauf ihrer Einbrüche wie ein Tanzstück choreographiert. Und immer arbeitet sie allein, bis ihr eines Tages gemein ins Handwerk gepfuscht wird. Ein anderer raubt ihr – noch am Tatort – die Diebesware und nun wird die Einzelgängerin von ihrer Auftragsvermittlerin gezwungen, den Verlust wieder auszugleichen. Doch das geht nur, wenn sie sich dieses Mal einem Team anvertraut. Aber wer ist dieser seltsame Lord Peter, mit Butler Vincent und dem jugendlichen Schützling Asim. Kann Cat sich auf sie verlassen?

Kate Frey hat für dieses Jugendbuch wild geräubert bei Detektiv- und Gaunergeschichten wie Sherlock Holmes, Robin Hood, Ocean’s Eleven & Co, doch das äußerst kunstfertig: Mit Cat ist ihr ein sympathischer Charakter gelungen: selbstbewusst, klug und kratzbürstig zugleich. Und auch die Nebenfiguren passen ins Genre und haben dennoch ihre Eigenheiten. En passant wird außerdem eine größere Geschichte miterzählt. Es geht um den illegalen Handel mit, von Einzelpersonen und Kulturinstitutionen, geraubter Kunst in Kriegszeiten, zuvorderst um den Raub an jüdischen SammlerInnen während des Nationalsozialismus. Ein tolles Buch und der Auftakt einer Serie. Wir hoffen auf baldigen Nachschub.

(Ueberreuter 2017, 317 Seiten)

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