Neue Publikation von CID zu Frauen und Gender in Luxemburg

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Germaine Goetzinger, Sonja Kmec, Danielle Roster, Renée Wagener (Hg.)

Mit den Haien streiten

Frauen und Gender in Luxemburg seit 1940 /
Femmes et genre au Luxembourg depuis 1940

Mit Fotoportraits von Véronique Kolber

Inhaltsverzeichnis mit Leseproben mehrerer Beiträge.pdf

 

1997 erschien als ‚Publication Nationale‘ des Kulturministeriums der von Germaine Goetzinger, Antoinette Lorang und Renée Wagener herausgegebene zweisprachige Band: Wenn nun wir Frauen auch das Wort ergreifen: 1880-1950 Frauen in Luxemburg. Diesem Band, der Pionierarbeit im Bereich der Frauenforschung in Luxemburg leistete, lassen wir nun eine Fortsetzung folgen.

Dabei geht es nicht nur um «Fraleit», sondern auch um «Maansleit», um LGBTIQ+ sowie um den Aspekt Gender, der sozialen Konstruktion von Geschlecht. Anliegen des vorliegenden Werks ist es daher, selbstbewusste Stimmen zu Gehör zu bringen sowie die Strukturen zu zeigen, die diese entweder zulassen oder mundtot machen.

In 27 Beiträgen und acht Themenfeldern – Geschichte, Schule, Politik, Medien, Musik Kunst, Identitäten und Feminismus – untersucht es unterschiedliche Quellen wie literarische Dokumente, Presse- und Gesetzestexte, Bild- und Filmmaterial. Historische Recherchen über Frauen im 2. Weltkrieg oder im Mai 68, jüdische Frauen oder Pastorinnen, den Lehrerinnenberuf oder die Sexualerziehung in der Schule, wechseln ab mit Portraits und Interviews von und mit luxemburgischen Politikerinnen und Künstlerinnen. Hinterfragt wird auch das Frauenbild in der Fernsehsendung Hei Elei Kuck Elei und in Werbeanzeigen der Presse.

Den Herausgeberinnen erschien eine Aussage der Politikerin Colette Flesch so aussagestark,

aus: „Von roten Fahnen, roten Mäusen und roten Strümpfen – Die radikale Linke nach Mai 68 und der neue Feminismus“ von Frédéric Krier

dass sie sie im Titel des Buches aufgreifen: Mit der Metapher «Ich musste mit den Haien streiten» beschreibt sie ihren Kampf um Anerkennung und Durchsetzung im Feld der Politik. Die Formel impliziert mehr als ein Ungleichgewicht, sie verweist auf die Gefahr des Gefechtes und die Aggressivität des Gegners, auf die Unumgänglichkeit, die Klingen zu kreuzen. Aber dieser Kampf ist kein Krieg, sondern ein Streit. Er setzt der schieren physischen Gewalt die Mittel der Argumentation entgegen. Gender bleibt eine politische Frage und eine von Machtverhältnissen und -demonstration: Wie wird die Bedeutung des biologischen Geschlechts produziert, verändert und eingesetzt, um Gruppen und Individuen ‹auf ihren Platz› zu verweisen? Dieses Buch möchte einen Beitrag dazu leisten, diese Problematiken kritisch zu hinterfragen.

aus: „Der lange Wandel des Lehrerinnenbildes – Von der Diskriminierung über die Gleichstellung zur professionellen Überrepräsentanz“ von Germaine Goetzinger

CID | Fraen an Gender: Mit den Haien streiten. Frauen und Gender in Luxemburg seit 1940 / Femmes et genre au Luxembourg depuis 1940, mit zahlreichen Abbildungen und Fotoportraits von Véronique Kolber, 392 Seiten, 26 x 19 cm, Klappenbroschur, ISBN 978-99959-43-16-5, 29 EUR, capybarabooks, Luxemburg 2018.

Im Buchhandel, beim CID oder über capybarabooks (zzgl. Versandkosten) erhältlich:
contact@capybarabooks.com

Das Buch wird mit einem großen Rahmenprogramm begleitet: in den kommenden Monaten werden AutorInnen Lesungen zu ihren Beiträgen anbieten. Hier das Programm

Lesen Sie auch:

Interview mit Germaine Goetzinger

Interview mit Christa Brömmel

Interview mit Sonja Kmec

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