Vom Ende an – Megan Hunter

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Endzeitstimmung mit Babyglück? Während die Erzählerin ihr erstes Kind auf die Welt bringt, bricht in Großbritannien eine Naturkatastrophe aus. Bald sind weite Landstriche überschwemmt und viele Menschen auf der Flucht. Nahrungs- und Rohstoffknappheit führen zu bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen.

Diese Zustände werden nur angedeutet, nicht erklärt, denn die Autorin erzählt in kurzen dichten Absätzen, zwischen die sie mythologisch-apokalyptische Zitate streut. Das Zentrum des Erzählens bilden leuchtende Vignetten, die die Erfahrungen mit dem Neugeborenen Z, (Z-wie „vom Ende an“) schildern: im Lager, an einem Kontrollpunkt, auf einem Schiff…

Dies ist ein seltsames Buch. Das Katastrophenszenario ist so vage, dass es gleichermaßen aktuelle, zukünftige wie vergangene Kriege und Umweltdesaster repräsentieren kann, ein wenig wie in Marlen Haushofers „Die Wand“ von 1963. Im Kontrast dazu wirken die Schilderungen des Mutterseins archetypisch, allgemeingültig – im Kern sehr altmodisch. Die Roman- und Lyrikautorin Megan Hunter (*1984) lebt in Cambridge. „Vom Ende an“, ihr erstes Buch, wurde zeitgleich in mehreren Ländern publiziert.

(C.H. Beck 2017, 157 p.)

Kathrin Eckhart

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