Sa 7. März: Frauen*streik

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Am Samstag, den 7. März findet der erste Fraen*streik Luxemburgs statt!

PROGRAMME:

Nous nous retrouvons toutes et tous à 15heures à la place d’Armes pour la grande mobilisation!

A partir de 17H30 il y aura de la musique live, des sets DJane et des allocutions aux Rotondes jusqu’aux premières heures du 8 mars, la journée internationale de la lutte pour les droits des femmes.

Place d’Armes et Rotondes

 

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Manifest Frauen*streik

“Du kannst so feministisch sein wie du willst. Wenn dein Kind krank ist, wirst am Ende Du es sein, die zu Hause bleibt.”

Julie ist 29 Jahre alt und Angestellte bei der Stadtverwaltung. Sie hat aufgehört ihrer Leidenschaft nachzugehen und Malkurse als freischaffende Künstlerin zu geben, um regelmäßigere Arbeitszeiten zu haben, um mehr Zeit mit ihrer Tochter verbringen zu können.

Ihr Partner Théo, Vater ihrer zweijährigen Tochter Nina, arbeitet als Selbständiger in einem Architekturbüro. Es ist nicht so, dass Théo sich nicht um seine kranke Tochter kümmern will. Aber einerseits weiß er, dass es bei seinen Kolleg*innen nicht gut ankommt, wenn er sich frei nimmt, wenn sein Kind krank ist, andererseits kann er es auch nicht riskieren Aufträge zu verpassen. Auch wenn er durchschnittlich mehr verdient als Julie, sein Arbeitsplatz ist nicht so sicher wie ihrer und er hat eine ungünstigere Urlaubsregelung.

In gewisser Weise hat Julie das Gefühl, dass sie zum Wohle aller ein Opfer bringen musste.

Es ist eine Ungerechtigkeit, welche viele Frauen erleben: auf die Rolle der Mutter, der Assistentin und der emotionalen Stütze reduziert zu werden. Es wird davon ausgegangen, dass Frauen die Organisations-, Pflege- und Fürsorgearbeit leisten, und ihre eigenen Interessen und Wünsche dabei freiwillig zurückstellen. Wie kann sich das ändern? Wie kann sicherstellt wer- den, dass die Unterstützung und Pflege von Angehörigen, die Erziehung von Kindern und die Arbeit im Haushalt als gemeinsame Verantwortung unabhängig vom Geschlecht gesehen und erfüllt wird? Wie kann sichergestellt werden, dass unbezahlte Arbeit nicht in Konkurrenz tritt mit bezahlter Arbeit? Wie kann eine gleichberechtigte Aufgabenteilung zwischen Frauen, Männern und allen Geschlechtern erreicht werden?

Fürsorge und Empathie sind unentbehrliche Stützen vom Leben in einer Gemeinschaft. Diese Werte müssen von allen gelebt werden, unabhängig vom Ge- schlecht!

Ob du Julie, Karima, Sandy, Djalika, Lou oder Renata heißt. Ob du alt oder jung bist, in Luxemburg oder woanders geboren bist, ob du Kinder hast oder nicht, ob du allein lebst, in einer Beziehung, in einer ein- getragenen Lebenspartnerschaft, verheiratet oder geschieden bist, ob du bei guter Gesundheit oder krank bist oder mit einer Behinderung lebst: Du kennst die alte Leier, die dir vorschreiben will, wie eine Frau zu sein hat, was sie zu tun hat, die dich ermahnt, wenn du mal nicht dem “idealen” Frauenbild entsprichst, die dich glauben lassen will, dass deine bezahlte Arbeit weniger wert sei als die eines Mannes und dass die Sorgearbeit, Hausarbeit und Erziehungsarbeit, die du tagtäglich erledigst, keine richtige Arbeit sei.

Es ist an der Zeit die Sorgearbeit anzuerkennen als das was sie ist: von unmessbarem Wert und absolut unentbehrlich für das Funktionieren unserer Gesellschaft, weshalb sie gerecht zwischen allen Geschlechtern aufgeteilt werden muss!

Sorgearbeit ist schon viel zu lange unsichtbar und wird diskreditiert, weil geglaubt wird, sie erledige sich von selbst oder sei nur von untergeordneter Bedeutung im Vergleich zu Aufgaben und Aktivitäten, die traditionel- lerweise nur von Männern ausgeführt wurden.

Das ist der Fall in Luxemburg! 34% der Frauen arbei- ten in Teilzeit, im Vergleich dazu sind es nur 6% der Männer. 58% dieser Frauen geben an, aus familiären Gründen in Teilzeit zu arbeiten. “Diese Situation hat Auswirkungen auf die Altersrenten. Dementsprechend haben 44% der Frauen im Rentenalter lediglich An- spruch auf eine Mindestrente (1726 Euro im Jahr 2015). Bei den Männern liegt der Prozentsatz bei 4,5%.”

Lasst uns diese ungerechten Verhältnisse gemeinsam beenden: schließt Euch dem Frauen*streik an! Wenn Eure Arbeitsbedingungen, oder andere Hindernisse es Euch nicht ermöglichen zu streiken, könnt Ihr Eure Wut und den Wunsch etwas ändern zu wollen durch andere Aktionen zeigen. Wir sind Frauen, stolz und solidarisch!

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