#3: Sichtbar sein – gendergerechte Sprache

Zielgruppe

10 – 16 Jahre (aber auch als Einstieg ins Thema für das Kollegium, das Team, Elternabende, …)

Thema

Gendergerechte Sprache

Zeitaufwand

mindestens 10 Minuten bis zu einer ganzen Unterrichtsstunde

BeSCHREIBUNG

Der Film „Sichtbar sein“ (https://www.youtube.com/watch?v=e4KQLwtgycM) ist nur knapp 3 Min. lang und eignet sich zu einem kurzem, selbsterklärenden Input; eventuell 2 mal hintereinander ansehen

ANREGUNGEN / BEISPIELE

für alle:

  1. Was zeigt der Film?
  2. Findet Ihr, dass es einen Unterschied macht, ob „alle Schüler“ oder „alle Schülerinnen und Schüler“ gesagt wird?
  3. Wie findet Ihr Formulierungen, die „neutral“ sind: „Alle“, die Studierenden, die Arbeitenden, die Lesenden, ….?
  4. Kennt Ihr das Gendersternchen * (eventuell noch mal an die Stelle im Film springen)?
  5. Wer soll alles „mitgemeint“ sein?
  6. Wie könntet Ihr das Gendersternchen mitsprechen?  Sucht Anregungen im Internet.
  7. Lest aus Zeitungsartikeln / Schulbüchern vor und probiert die Texte „gendergerecht“ vorzulesen.

für Ältere außerdem:

  1. In Fächern, in denen kleine Referate gehalten werden: Wer will die Seite von „Pink Stinks“ vorstellen?
  2. Sucht Beispiele für die Anwendung bzw. das Fehlen von gendergerechter Sprache:
  3. Nehmt z. B. die Luxemburger Tageszeitungen unter die Lupe: Werden im Wort und im Tageblatt weibliche und männliche Formen verwendet?
  4. Weitere Tipps: Stellenanzeigen (männlich, weiblich, divers),  Fernsehen (z. B.  der Sender ARD verwendete zuletzt häufiger gendergerechte Sprache z. B. bei Anne Will)
  5. Häufig wird in den Diskussionen um gendergerechte Sprache angeführt, dass andere Sprech- und Schreibweisen Sprache zerstören würden. Dies ist ein guter Moment, darauf hinzuweisen, dass sich Sprache immer schon verändert hat. Habt Ihr Beispiele ? (im CID gibt es viel Literatur zur gendergerechten Sprache und Handreichungen zu ihrer Umsetzung)

 

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Kommentare ( 1 )
  1. Ulla Levinson

    Was in der ganzen Diskussion nie zur Sprache kommt, ist, dass „Gendersprache“ nicht barrierefrei ist. D.h., für gar nicht so wenige Menschen mit kognitiven Besonderheiten führt „Gendern“ dazu, dass ihnen das Verständnis ihrer Muttersprache erschwert bis unmöglich gemacht wird. Generell gilt das für Demenzkranke und geistig Behinderte. Aber auch Legastheniker, die sich trotz normaler Intelligenz das Lesen oft mühsam angeeignet haben, werden nun wieder eingeschränkt im flüssigen Lesen und stolpern über die eingefügten Sonderzeichen.
    Dann gibt es noch die Gruppe der Autisten, deren kognitive Fähigkeiten von geistig behindert bis hochintelligent reichen, immer aber anders als „normal“ sind. Sie sind auf eine klare und eindeutige Sprache angewiesen. Gendersprache aber ist weder klar noch eindeutig, sondern bringt gerade auch durch die „neutralen Formen“ viel Uneindeutigkeit in die Sprache.
    Beispiel: „Studierende“ sind einfach was anderes als „Studenten“. Studierende sind Menschen, die sich in intensiver thematischer Auseinandersetzung wissenschaftliche Inhalte aneignen, also viel mehr als Studenten. Professoren wären schlechte Lehrer, wenn sie aufhörten, Studierende zu sein. Student-Sein hingegen ist der Status eines „in einer Uni Immatrikulierten“, also mehr, als ein Studierender. Forschende wiederum sind nicht per se Forscher und Wissenschaftler. Ebenso: ein Mitarbeitender ist nicht immer ein Mitarbeiter, und längst nicht jeder Mitarbeiter ist auch ein Mitarbeitender.
    Da findet eine Sprachpanscherei statt, die in ihrer Uneindeutigkeit für ca. 40 % der Autisten das Sprachverständnis extrem erschwert. Meine „Asperger“-Nichte hat nach zwei Semestern an einer deutschen Uni ihr Studium abgebrochen, weil sie mit dem „Zwang zum Gendern“ nicht klarkommt. Ich selber, ebenfalls Autistin, habe vor 30 Jahren in drei Fächern ein Uni-Diplom erworben. Aber auch ich wäre unter den heutigen Umständen (Gendern) nicht mehr in der Lage zu studieren. Das nenne ich eine wirkliche Diskriminierung – gegenüber der gefühlten Diskriminierung einiger weniger, die sich „nicht mitgemeint“ fühlen, obwohl sie dazugehören! Das sollte man ja nicht vergessen: Es ist eine kleine ideologisierte Minderheit, die das Gendern forciert, die größer werdende (!) Masse der Bevölkerung ist nach allen Umfragen dagegen.
    Und ja: Sprache verändert sich – aber von unten unten und allein und nicht von oben aufgezwungen

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